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Sadhana - die spirituelle Yogapraxis



साधन, sādhana, von der Wurzel 'sadh' stammend, bedeutet 'geradewegs auf ein Ziel zugehen und bezeichnet eine spirituelle Disziplin, die unternommen wird, um ein bestimmtes geistiges Ziel zu erreichen.


Es gibt unzählige Beweggründe eine tägliche Yogapraxis zu starten, wie körperliche Wunsch-Veränderungen, psychische Stärkung, Aufarbeitung von Traumatas, Strukturierung und Disziplin im Alltag. Wenn der Impuls "aus dem Geiste folgend" ist (Spiritualität), dann spricht man von einem Sadhana. Die Übersetzung "geradezu auf ein Ziel hingehen bzw. erfolgreich zu sein", könnte missverstanden werden. Ich empfinde ein Sadhana als "das Tun eines Verliebten". Einem Impuls aus dem Herzen folgend. Daraus ergibt sich automatisch ein "geradezu auf ein Ziel zugehen", allerdings nicht aus der Disziplin eines Erwachsenen (zielorientiert), sondern jener eines Verliebten oder eines Kindes (einfach tun).


Ziel - Schaffen - Durchhalten?

Beginne einfach. Punkt aus.

Normalerweise, wenn wir beschließen eine (spirituelle) Praxis zu leben, passieren im Verstand (manchmal) folgende oder vergleichbare Gedankengänge:

Es kommt die Sonnwendfeier, der Geburtstag vom AA, die Einladung vom BB und dann Weihnachten, also es ist de facto nicht möglich JEDEN Tag zu praktizieren, besser ich warte diese Tage noch ab, aber dann ... Dann wirst du nie täglich praktizieren.


"Das Kriya schaffe ich nicht und es dauert alles viel zu lange und noch früher aufstehen ist wirklich unmöglich". All diese Ideen und Beweggründe sind für jede Person "real", solange daran geglaubt wird. In der christlichen Tradition gibt es einen schönen Satz der besagt: "Wer nicht am Morgen betet, tut es nie".





Geht es wirklich um Durchhalten, das Schaffen? Nein und Ja.

Nein, es geht nicht darum, dass du etwas schaffst, erreichst, durchhaltest, damit du irgendeine, von deinem eigenen Verstand, erschaffene Idee oder ein Ziel erfüllst und dich (als Ego-Form) nachher "irgendwie besser fühlst". Vergleiche deine Sadhana-Praxis mit den unzähligen Ritualen und täglichen Abläufen (Praxis) deines Alltags. Wie viele Jahre oder Jahrzehnte putzt du schon Zähne, wäscht du dich täglich, machst die Wäsche, putzt, kochst, schaust in einen Fernseher, denkst im Kreis? All diese Tätigkeiten sind eine Praxis und die Intention, wie du sie ausführst, sind Grade deiner Spiritualität bzw. Ausdrucksweisen deines aktuellen Bewusstseinszustandes. Du kannst also in jedem Tun ein Sadhana verwirklichen!


Das Einzige was wir in der Sadhana-Praxis machen, sind gewisse (gewohnheitsmäßige, unbewusste) Verhalten(smuster) mit bewussten auszutauschen, so dass sich dein körperlicher Ausdruck wieder mit einem Bewusstseinszustand synchronisiert.


Sadhana-Praxis ist somit nicht ein "ich muss etwas ändern", "ich muss mehr machen, damit ...", vielmehr ist sie ein schlichter Ausdruck dessen, was wir sind, es ist einfach bewusstes leben. Sadhana-Praxis wird unter deswegen ohne Aussicht auf "Erfolg" praktiziert, ohne der Hoffnung Früchte zu ernten, vielmehr bringt sie uns der uns-eigenen Qualität einer duftenden Rose näher, die schlicht und einfach für Jeden, zu jeder Zeit einfach duftet, schlicht aus ihrer wahren Natur heraus. Sie braucht sich nicht zu bemühen, sie duftet.


Auch wir sind bereits vollkommen (naturgleich der Blume), doch oftmals bemühen wir uns "zu duften" (Verlust der Wahrnehmung unseres Selbst und Überlagerung "mit der Idee von uns selbst" - Ego) ohne zu bemerken, dass oftmals "Ego-zielorientiertes" Bemühen unseren "absoluten Schönheitsduft" vernebelt.


Sadhana-Praxis lichtet Nebel, bringt Stille und lässt den Klang dieser erhellen.

Ach ja, nebenbei wird der Körper gestärkt, körperliche Beschwerden können sich verbessern, die Psyche wird gestärkt, u.v.m. Lasst uns einfach praktizieren. Wir werden reich beschenkt, einfach so.


Herzlichst, Euer DassPrem

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